Was uns gut tut: Metabalance

Ein Großteil unserer Entscheidungen laufen unbewusst ab und werden aus dem tiefen, inneren «Betriebssystem» bestehend aus (elterlichen) Antreibern, Überzeugungen (Glaubenssätzen) oder Werten getroffen. Werte sind das, was uns wirklich bedeut­sam ist. Sie vermitteln Zufriedenheit, wenn sie gelebt werden. Ziele sind zukünftige Zustände, die wir unbedingt erreichen wollen, und zwar am besten im Einklang mit unseren Werten. Hierzu gehören in Anlehnung an Gunther Schmidts Modell für Lebensbalance mit vier Polen gute und reiche Beziehungen zu
anderen Menschen (1) aus verschiedenen Kontexten wie Fa­milie, Berufsleben und Freunden, Sinn (2) mit Selbstverwirkli­chung, Erfüllung und Lebenskultur, Körper (3) mit Gesund­heit, Ernährung, Erholung, Entspannung, Fitness sowie Leis­tung/Arbeit (4) mit Beruf, Karriere, Geld, Erfolg, Wohlstand, Vermögen. Ein ähnliches Modell stammt von Hilarion Petzold mit fünf Polen, nach dem Arbeit/Leistung mit Anerkennung und Erfolgserlebnissen einerseits und materielle Sicherheit mit Lebensstandard und Finanzen differenziert werden.                                                        Von Lebensbalance kann die Rede sein, wenn man es schafft, seine Ressourcen und vor allem seine Zeit und seine Aufmerk­samkeit allen Polen in angemessener Weise zu widmen. Das wird nie vollkommen funktionieren und ist auch lebenspha­senabhängig unterschiedlich. Als frisch gebackene Mutter oder als Vater liegt der Fokus zunächst oft auf der Familie. In frühen Karrierezeiten als «neue» Führungskraft ist vielleicht der Leis­tungspol der wichtigste. Viele Menschen stellen sich irgend­wann die grundlegende Sinnfrage. Sie probieren, vieles im Le­ben zu ändern, leider häufig unreflektiert und mit dem Ergeb­nis, dass manches in neuer Arbeits- oder Beziehungskulisse bald wieder so ist wie vorher. Sie müssen feststellen, dass es häufig in gewisser Weise dann doch mehr vom Selben war und sich zwar die Bühne geändert hat, aber nicht das Spiel.       «Auf der anderen Seite vom Pferd gefallen ist noch lange nicht ge­ritten» sagte Dr. Bernd Schmid.                                                                                       So sehr man ein Leben in Balance ersehnt, so sehr muss klar sein, dass man nie wirklich immer in Balance sein kann. Gunther Schmidt prägte den Begriff der «Metabalance», um die es eigentlich geht. Wissen, wo man hinmöchte und stets gelassen wahrnehmen, wo es Abweichungen  gibt – und gegensteu­ern. Dazu gehört, sich in Ambivalenzmanagement zu üben und die Sehnsucht abzulegen, perfekt zu sein, während man gleichzeitig dafür von Zeit zu Zeit Partei ergreift.            

Hilfreiche Instrumente                                                                                                                                                                                                                   Business-Retreat

Doch das ist bezogen auf die eigene Lebensbalance anspruchs­voll und setzt viel Selbstreflexion und Selbstführung voraus, was man gut begleitet bei einem Business-Retreat vertiefen kann (vgl. Drausche & Drauschke 2018). Dabei geht es um eine gut begleitete körperliche oder geistige Ruhepause in neuer Umgebung und außerhalb des gewohnten (Arbeits-) Alltags.                                                                                                             Anlass ist häufig die Erkenntnis, dass mehr vom Selben nicht weiterführt, oder man möchte einfach eine ganz neue Erfahrung machen. Es geht darum, aus der Distanz auf die komplexen Gegebenheiten des Lebens zu blicken, Zeit zu ha­ ben mit sich selbst und für die wirklich zentralen Fragen des Seins, seine eigene Lebenskraft wiederzufinden und in eine tiefe Verbindung zu sich selbst zu kommen:

  • Was ist mir wirklich wichtig, warum tue ich, was ich tue?
  • Was gibt meinem Tun Sinn?
  • Was glaube ich, was wahr ist «in meiner Welt»?
  • Wohin richte ich mich aus?
  • Wie aktiviere und mobilisiere ich meine eigenen Ressour­cen in Körper, Geist und Seele, um welche Maßnahmen zu ergreifen?

Ein Rahmen bestehend aus gemeinsamen Mahlzeiten, Bewe­gung, Meditation, Coaching, guten Gesprächen und erholsa­mer Stille lässt genügend Zeit, auch einmal ganz allein für sich zu sein und zu reflektieren – oder einfach gar nichts zu tun. Die Themen der einzelnen Teilnehmenden werden in der Gruppe nicht veröffentlicht und bleiben ganz privat.

Sie wollen den Originalbeitrag mit weiteren Ausführungen zum Business Qigong, verfasst von Herrn Awai Cheung, Frau Pia Drauschke und Herrn Dr. Stefan Drauschke, gerne weiterlesen? Dann können Sie hier auf den vollständigen Beitrag im Online-Archiv der OrganisationsEntwicklung zugreifen.

Pia Drauschke und Stefan Drauschke im August 2020